Illegale des KGB: wer sie waren, wie sie ausgebildet wurden, echte Fälle
Aktualisiert im Oktober 2026 · Volkov Protocol

Illegale waren KGB-Offiziere, die im Ausland als ganz normale Bürger lebten, mit erfundenem Namen, Beruf und Lebenslauf, ohne Diplomatenpass und ohne offene Verbindung zur Sowjetunion. Sie wurden vom Direktorat S geführt und gehörten zu den am schwersten zu enttarnenden Spionen des Kalten Kriegs.
Was ist der Unterschied zwischen einem Illegalen und einem normalen Spion?
Ein legaler Spion arbeitet in einer Botschaft mit offizieller Tarnung, etwa als Diplomat. Fliegt er auf, wird er ausgewiesen. Ein Illegaler hat keine Immunität: Wird er gefasst, steht er vor Gericht und kann jahrzehntelang ins Gefängnis. Dafür verdächtigt ihn niemand, denn für alle ist er nur ein Nachbar, ein Fotograf oder ein Immobilienmakler.
Wie wählte der KGB einen Illegalen aus?
Gesucht wurden junge, intelligente Menschen mit Sprachtalent und starken Nerven. Jack Barsky zum Beispiel wurde 1969 angesprochen, als er noch in der DDR studierte.
Wie lange dauerte die Ausbildung?
Jahre. Barsky ging 1975 nach Moskau und trainierte noch zwei Jahre in der Sowjetunion, bevor er 1978 in Chicago ankam. Zur Vorbereitung gehörten die Sprache bis der Akzent weg war, die Legende bis ins kleinste Detail, geheime Kommunikation und strenge Disziplin, denn ein Fehler im Alltag konnte alles verraten. Der vollständige Inhalt dieser Kurse wurde nie veröffentlicht.
Woher kamen die falschen Identitäten?
Viele stammten von Kindern, die früh gestorben waren. Der Name Jack Barsky gehörte einem Jungen, der 1955 mit 10 Jahren starb, gefunden auf einem Grab in Maryland. Mit seiner Geburtsurkunde besorgte sich der Illegale neue Papiere und baute darauf ein Erwachsenenleben auf.
Wer waren die bekanntesten Illegalen?
- Rudolf Abel: lebte in New York als Fotograf, wurde 1957 verhaftet, zu 30 Jahren verurteilt und 1962 auf einer Brücke zwischen West-Berlin und Potsdam ausgetauscht. Daraus wurde der Film Bridge of Spies (Britannica).
- Jack Barsky: arbeitete bis 1988 für den KGB in den USA, wurde 1994 vom FBI aufgespürt und 2014 US-Bürger.
- Andrei Besrukow und Jelena Wawilowa: lebten als Donald Heathfield und Tracey Foley. Er machte einen Master in Harvard, sie verkaufte Immobilien bei Boston. Sie wurden 2010 verhaftet, und ihre Söhne sagen, sie wussten von nichts.
Gibt es heute noch russische Illegale?
Ja. 2010 verhaftete das FBI zehn russische Illegale in den USA, und alle kehrten bei einem Austausch in Wien nach Moskau zurück. 2024 kehrte das Ehepaar Dulzew, das als Argentinier in Slowenien lebte, bei einem Austausch in Ankara zurück und wurde von Putin am Flughafen empfangen (CBS News, 2024). In Brasilien deckte die Bundespolizei Offiziere des russischen Militärgeheimdiensts mit brasilianischen Identitäten auf (PBS NewsHour, 2025).
Die Illegalen im Volkov Protocol
Ein Illegaler durfte weder wie ein Soldat aussehen noch in einer Kaserne gesehen werden. Laut der Geschichte des Volkov Protocol kam genau hier der Oberst ins Spiel: Der Körper musste einen Einsatz ohne Fitnessstudio und ohne Aufsehen durchhalten. Das Protokoll findest du auf der Startseite. Lies auch, wer die Obersten des KGB waren.
Das Protokoll, das der KGB verboten hat
Volkov erklärt, wie es geht, die Wissenschaft bestätigt es.
Das Protokoll ansehen